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19.07.2010 |  Solarförderung: Politik stellt die Weichen neu

Die wochenlange Hängepartie bei der Förderung für Solarstrom und Solarwärme ist vorbei - Verbraucher haben nun wieder Planungssicherheit, müssen sich aber auch auf Änderungen einstellen

Lange hat die Politik diskutiert, nun ist es entschieden: Rückwirkend zum 1. Juli und dann noch einmal am 1. Oktober 2010 werden die Einspeisevergütungen für Solarstrom zusätzlich zur jährlichen Degression abgesenkt. Die Absenkung zum 1.7. beträgt demnach 13 Prozent bei privaten Dachanlagen, zum Oktober werden die Vergütungen dann noch einmal um 3 Prozent verringert. Die Regelungen gelten wie immer für neu installierte Kraftwerke.

Weniger stark wird hingegen die Vergütung für den Direktverbrauch abgeschmolzen, was dazu führt, dass die Nutzung des Solarstroms vor Ort für viele Betreiber interessanter wird. Besonders attraktiv ist der Direktverbrauch dann, wenn der Anteil des selbst genutzten Stroms oberhalb eines Anteils von 30 Prozent an der gesamten Solarstromerzeugung einer Anlage liegt. Oberhalb dieses Schwellwerts beträgt die Vergütung für Kleinanlagen künftig 22,05 Ct/kWh anstelle von 17,67 Ct/kWh (unterhalb des Schwellenwertes). Ein derart hoher Direktverbrauchsanteil wird in den meisten Fällen jedoch nur mit zusätzlichem technischem Aufwand erreicht. Einzelne Hersteller haben deshalb schon angekündigt, solare Systemlösungen mit integriertem Speicherkonzept anbieten zu wollen.

Solarwärme wird ab sofort wieder gefördert

Auch bei Solarwärmeanlagen gibt es einschneidende Veränderungen bei der Förderung. Aufgrund einer Haushaltssperre war das Marktanreizprogramm (MAP) zur Förderung von Öko-Heizungen im Mai gestoppt worden. Nun ist nach der Aufhebung dieser Sperre auch der Förderhahn wieder aufgedreht worden. Allerdings gelten deutlich geänderten Konditionen. Zukünftig sind Solarwärmeanlagen im Neubau nicht mehr förderfähig. Somit wird das MAP künftig ausschließlich auf den Gebäudebestand fokussiert. Aber auch hier gibt es Änderungen. So entfällt ab sofort die Förderung von Solarwärmeanlagen zur Warmwasserbereitung ebenso wie die für luftgeführte Pelletkessel, Scheitholzvergaserkessel und ineffiziente Wärmepumpen.

Wer sich zukünftig für eine Kombisolaranlage (Warmwasser und Heizung) entscheidet, erhält beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Zuschuss von 90 Euro pro qm installierter Kollektorfläche. Auch ein zusätzlicher Heizungstausch wird besonders belohnt. So werden weitere 400 Euro als Förderung gezahlt, wenn auch der alte Heizkessel durch einen neuen Brennwertkessel (Gas, Öl) ersetzt wird. Dieser Bonus steigt sogar auf 500 Euro an, wenn stattdessen ein Pelletskessel oder eine Wärmepumpe eingebaut werden.

Weitere Informationen finden Sie auf dieser Website im Bereich "Downloads".

Foto: Fotolia.de


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